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Freude macht krank!
By admin | Februar 22, 2009
Karnevalssonntag, 08:15 Uhr. Die verregneten Straßen auf dem Weg zur Bahn sind wie leer gefegt. Es fehlen lediglich die klappernden Fensterläden und die vom Wind angetriebenen rollenden Steppenläufer, die durchs Bild ziehen. Ansonsten aber wirken die Straßen so ausgestorben wie eine Stadt im klassischen Westernfilm. Auch im Zug selber herrscht Totenstille. Nur ein paar Alkoholleichen beanspruchen gleich mehrere Plätze für sich. Ich suche mir einen der noch unzähligen anderen Sitzgelegenheiten aus uns starre auf ein paar am Boden liegende, in Bier getränkte Konfettis. Ja, das ist Karneval. Wie schön! In der Stadt angekommen sind dann doch mehr Menschen auf den Beinen als ich es für möglich gehalten hätte. Ich kaufe mir wie immer einen großen Kaffee, diesmal von einer als Cowgirl kostümierten Mitarbeiterin einer Bäckerei und gehe dann zur Schule. Die Eingangstür dort wird links und rechts von Erbrochenen gesäumt. Welch nette Begrüßung!
In der Klasse angekommen geht der Unterricht auch schon direkt los. Und im Zusammenhang mit den Milz-Mustern erfahre ich schon bald, dass Klöße bei echten Chinesen einen maximalen Ekelfaktor auslösen. Na da haben die die Kotze vor unserer Tür aber noch nicht gesehen! Im Anschluss reden wir dann über die Wandlungsphasen, darüber das Magen und Milz keine Morgenmuffel sind (ich übrigens schon!), und schließlich über das Herz im energetischen Sinne. „Das Herz ist der Kaiser“ sprichts Herr Thews „und der Dickdarm ist zum Beispiel nur ein Beamter“. Wow! Doch noch während ich mich wundere, wer da so alles in mir wohnt, höre ich zum ersten mal, dass Freude krank machen kann. Hä? Gerade möchte ich mit meinem Kiefer zucken und Herr Thews damit signalisieren, dass ich eine Frage habe, als dieser bereits näher auf seine Aussage eingeht. Ich erfahre, dass „Xi“ die pathologische Freude darstellt. Jene Freude, die man verbindet mit Spaß, Extase und Vorfreude. Viel gesünder sei dagegen „Le“. Die Freude, die man bei einem Theatergang, Kirchenbesuch oder auf dem Erntedankfest empfindet. Toll, denke ich, jetzt darf man noch nicht mal Spaß haben – außer auf einem Erntedankfest. Und ich dachte bislang, dass Lachen gesund wäre… Manchmal sind die Chinesen echt komisch!
Während wir im weiteren Verlauf über die Leere-Muster des Herzen sprechen, stellt eine Mitschülerin Herrn Thews zwischenzeitlich eine ganz andere Frage: „Haben sie ihre Frau schon einmal genadelt?“. Herr Thews blickt sie entgeistert an: „Ja selbstverständlich habe ich meine Frau schon einmal genadelt!“. Die Schülerin kommt zurück aufs Thema: „Würden sie jemanden bei einer Wochenbettpsychose nadeln?“. „Nein!“ antwortet Herr Thews spontan „eine Wochenbettpsychose gehört in die Psychiatrie!“. Aha, jetzt sind wir beim Thema Sorgfaltspflicht, merke ich. Aber worauf möchte meine Kollegin denn nur hinaus? „Und würden sie ihre Frau bei einer Wochenbettpsychose nadeln?“ fragt sie an dieser Stelle weiter. „Nein! Auch meine Frau müsste mit einer Wochenbettpsychose in die Psychiatrie!“ ist seine Antwort darauf. Hä? Den Dialog verstehe ich nicht, wohl aber die Quintessenz: eine Wochenbettpsychose nadelt man nicht, auch wenn man mit ihr verheiratet ist!
Einige Schlafstörungen und Herz-Füller-Muster später, sprechen wir über die Herz-Punkte. Bei He 7 forme ich meine Hand zu einer Art Gartenkralle, um meine Sehnen besser hervortreten zu sehen, und taste unbeholfen an meinem Handgelenk herum. Wie aus dem nichts taucht Herr Thews Zeigefinger in meinem seitlichen Blickfeld auf und bewegt sich zielsicher auf meinen He7-Punkt zu. „Da!“ spricht die Stimme aus dem Nichts. „Aha!“ sage ich ohne aufzublicken. Der Punkt He5 ist danach mit Leichtigkeit zu lokalisieren. Er wird uns auch als „Einkaufspassage zum Herzen“ beschrieben. Ah, dass kann ich mir merken. Ich bin eine Frau, da sollte man wissen wo die besten Einkaufspassagen zu finden sind!
Karnevalssonntag, 08:15 Uhr. Die verregneten Straßen auf dem Weg zur Bahn sind wie leer gefegt. Es fehlen lediglich die klappernden Fensterläden und die vom Wind angetriebenen rollenden Steppenläufer, die durchs Bild ziehen. Ansonsten aber wirken die Straßen so ausgestorben wie eine Stadt im klassischen Westernfilm. Auch im Zug selber herrscht Totenstille. Nur ein paar Alkoholleichen beanspruchen gleich mehrere Plätze für sich. Ich suche mir einen der noch unzähligen anderen Sitzgelegenheiten aus uns starre auf ein paar am Boden liegende, in Bier getränkte Konfettis. Ja, das ist Karneval. Wie schön! In der Stadt angekommen sind dann doch mehr Menschen auf den Beinen als ich es für möglich gehalten hätte. Ich kaufe mir wie immer einen großen Kaffee, diesmal von einer als Cowgirl kostümierten Mitarbeiterin einer Bäckerei und gehe dann zur Schule. Die Eingangstür dort wird links und rechts von Erbrochenen gesäumt. Welch nette Begrüßung!
In der Klasse angekommen geht der Unterricht auch schon direkt los. Und im Zusammenhang mit den Milz-Mustern erfahre ich schon bald, dass Klöße bei echten Chinesen einen maximalen Ekelfaktor auslösen. Na da haben die die Kotze vor unserer Tür aber noch nicht gesehen! Im Anschluss reden wir dann über die Wandlungsphasen, darüber das Magen und Milz keine Morgenmuffel sind (ich übrigens schon!), und schließlich über das Herz im energetischen Sinne. „Das Herz ist der Kaiser“ sprichts Herr Thews „und der Dickdarm ist zum Beispiel nur ein Beamter“. Wow! Doch noch während ich mich wundere, wer da so alles in mir wohnt, höre ich zum ersten mal, dass Freude krank machen kann. Hä? Gerade möchte ich mit meinem Kiefer zucken und Herr Thews damit signalisieren, dass ich eine Frage habe, als dieser bereits näher auf seine Aussage eingeht. Ich erfahre, dass „Xi“ die pathologische Freude darstellt. Jene Freude, die man verbindet mit Spaß, Extase und Vorfreude. Viel gesünder sei dagegen „Le“. Die Freude, die man bei einem Theatergang, Kirchenbesuch oder auf dem Erntedankfest empfindet. Toll, denke ich, jetzt darf man noch nicht mal Spaß haben – außer auf einem Erntedankfest. Und ich dachte bislang, dass Lachen gesund wäre… Manchmal sind die Chinesen echt komisch!
Während wir im weiteren Verlauf über die Leere-Muster des Herzen sprechen, stellt eine Mitschülerin Herrn Thews zwischenzeitlich eine ganz andere Frage: „Haben sie ihre Frau schon einmal genadelt?“. Herr Thews blickt sie entgeistert an: „Ja selbstverständlich habe ich meine Frau schon einmal genadelt!“. Die Schülerin kommt zurück aufs Thema: „Würden sie jemanden bei einer Wochenbettpsychose nadeln?“. „Nein!“ antwortet Herr Thews spontan „eine Wochenbettpsychose gehört in die Psychiatrie!“. Aha, jetzt sind wir beim Thema Sorgfaltspflicht, merke ich. Aber worauf möchte meine Kollegin denn nur hinaus? „Und würden sie ihre Frau bei einer Wochenbettpsychose nadeln?“ fragt sie an dieser Stelle weiter. „Nein! Auch meine Frau müsste mit einer Wochenbettpsychose in die Psychiatrie!“ ist seine Antwort darauf. Hä? Den Dialog verstehe ich nicht, wohl aber die Quintessenz: eine Wochenbettpsychose nadelt man nicht, auch wenn man mit ihr verheiratet ist!
Einige Schlafstörungen und Herz-Füller-Muster später, sprechen wir über die Herz-Punkte. Bei He 7 forme ich meine Hand zu einer Art Gartenkralle, um meine Sehnen besser hervortreten zu sehen, und taste unbeholfen an meinem Handgelenk herum. Wie aus dem nichts taucht Herr Thews Zeigefinger in meinem seitlichen Blickfeld auf und bewegt sich zielsicher auf meinen He7-Punkt zu. „Da!“ spricht die Stimme aus dem Nichts. „Aha!“ sage ich ohne aufzublicken. Der Punkt He5 ist danach mit Leichtigkeit zu lokalisieren. Er wird uns auch als „Einkaufspassage zum Herzen“ beschrieben. Ah, dass kann ich mir merken. Ich bin eine Frau, da sollte man wissen wo die besten Einkaufspassagen zu finden sind!
Einige He-Punkte weiter, bekommen wir noch einmal den Hinweis, dass chinesischen Wörter jeweils mehrere Bedeutungen zugeordnet sind. So heißt „Ma“ zum Beispiel nicht nur „Mama“, sondern auch „Arbeitspferd“ und „Reichtum“. Das wundert mich jetzt gar nicht. Ich sag ja, manchmal sind die Chinesen echt komisch!
Am Nachmittag lernen wir noch, wie wir Menschen helfen können, die unten 30.000 Volt haben, aber oben trotzdem kein Lichtlein brennt. Auch unkontrolliertes „furzeln“ und diverse andere Nieren-Muster werden uns nahe gelegt. Nach all der Informationsflut fühle ich mich nun selbst, als wäre ich zu dumm zum Milch holen, und bin froh, dass wir heute schon früher den Unterricht beenden. Es ist Karnevalssonntag, 16:00 Uhr. Wieder spaziere ich durch verregnete Straßen und nehme mir fest vor, bis zum nächsten Akupunkturkurs fleißig zu lernen. Doch jetzt ist erstmal Karneval!
Topics: Mein Tagebuch |




Juli 10th, 2009 at 13:29
Warum erscheinen denn hier keine neuen Beiträge mehr?
Juli 10th, 2009 at 15:43
Hallo Torsten,
ja Du hast ja Recht! Ich vernachlässige meinen Blog etwas… Ich werde mich bemühen in Zukunft wieder mehr zu schreiben
Schön, dass es Dir scheinbar gefällt
Lieber Gruss, Vanessa
August 31st, 2009 at 15:54
Bin damit gar nicht einverstanden…Freude macht doch glücklich! Das wissen wir doch alle. Die frohe Leute haben schöne Haut, sind eigentlich immer gesund…Also, Freude ist doch Gesund und Glück!
September 6th, 2009 at 16:59
Seh ich genau so wie Margarette. lg
Januar 5th, 2010 at 10:52
Dieser Satz gefällt mir sehr: “eine Wochenbettpsychose nadelt man nicht, auch wenn man mit ihr verheiratet ist!” Und man macht ja noch viele Dinge nicht, wenn man verheiratet ist!