Mein Weg zum Heilpraktiker

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Ohrakupunktur Seminar – letzter Tag mit Hindernissen

By admin | Oktober 18, 2009

Es ist Sonntag morgen und meine Euphorie nun nach Köln zu fahren, um etwas für meine Bildung zu tun, hält sich merkwürdigerweise noch stark in Grenzen. Besagte Grenze wird um so größer, als der verdammte Zug, der mich verdammt nochmal zum Kölner Hauptbahnhof bringen soll, schon nach einer Station wieder anhält, um alle Passagiere mit den Worten „Aufgrund einer technischen Störung hält dieser Zug außerplanmäßig an der Frankfurter Straße….bla…bla…bla… bitte steigen Sie alle aus…“ vor die Türe zu setzen. Die männliche Lautsprecherstimme hatte versprochen, dass bald ein Anschlusszug kommen würde, der uns stattdessen zum Kölner Hauptbahnhof befördern würde. Deswegen dachte ich zunächst mein größtes Problem wäre, dass meine Lederjacke doch nicht wirklich warm genug für diese Jahreszeit ist *brrrrr*. Es musste aber ja ausgerechnet heute der Zeitpunkt kommen, an dem ich erfahren sollte, dass „bald“ ein sehr dehnbarer Begriff ist… Wütend stampfe ich also den Bahnsteig auf- und ab. Darf das wohl wahr sein? *brrrr* Das ist ja wohl eine Unverschämtheit !!! Ich stehe ja jetzt schon fast ein verdammte halbe Stunde hier herum! *brrrr* *stampf* Immer mehr wird mir bewusst, dass wohl ein Wunder geschehen müsste, damit ich noch pünktlich zum Unterricht erscheinen könnte…. Wenn ich mich umschaue bemerke ich, dass mein Gesicht nicht das einzige ist, welches so wütend dreinblickt. Daher bekommen die Leute also ihre Zornesfalten! Man sollte die Bahn verklagen! Tatsächlich treffe ich, beim aggressiven auf- und abstampfen, eine Mitschülerin aus meinem Ohrakupunkturkurs, die geduldig auf einer Bank sitzt. Das ist ja ein Ding! Wir teilen von nun an das selbe Schicksal und quatschen solange bis die versprochene Bahn endlich eintrifft. Wir setzen uns hinein und die Bahn fährt los. Wie sich schnell herausstellt fährt sie jedoch nur los, um kurz darauf wieder anzuhalten und auf irgendeinen entgegen kommenden Zug zu warten. Tolle Wurst! Was soll ich dazu noch sagen?

Um kurz nach 10 Uhr platzen wir endlich in den Klassenraum hinein – kurzes Schweigen. Ich sage so etwas wie „Wir saßen im gleichen Zug !“ (denke dabei: Scheiß-Zug!!!) und der Dozent Herr Thews referiert auch schon wieder unbeirrt weiter. Ich glaube ihn könnte nichts aus der Ruhe bringen. Er ist wie dieser trommelnde Hase aus der Duracell Werbung - er macht einfach immer weiter! Ich kann mich gar nicht schnell genug hinsetzen und meine Unterlagen auf den Tisch schmeißen. Mist, wo ist denn schon wieder mein Kugelschreiber? Ah, endlich da ist er ja. Schnell schreibe ich mit, damit ich nicht noch mehr verpasse. Ich ärgere mich sowieso tierisch, dass ich so viel verpasst habe und stampfe im Geiste noch ein paar mal feste auf! Ich glaub ich bräuchte jetzt echt dringend den Anti-Agressions-Punkt!

Offensichtlich bin ich gerade mitten in der Adipositas Therapie gelandet und passend dazu besprechen wir den 5-kg-Punkt. Dann geht es weiter mit dem Punkten zu Darm, Magen, dem harnableitendem System, Niere, Milz und Herz. Es fügt sich eine Pause ein, in der ich den verpassten Stoff zum Thema RAC von meiner Sitznachbarin abschreiben kann, und dann geht es stramm weiter mit den nächsten Punkten zur Allergie-Symtomatik. Nach ein paar medikamentenanalogen Pünktchen kommen wir schließlich zum Thema unerfüllter Kinderwunsch und ich erfahre das erste mal von der Existenz einer Fruchtbarkeitsmassage. Wow! Noch beeindruckt über diese und weitere Informationen zu dieser Thematik, muss ich mich kurz darauf noch ein paar Meisterpunkten widmen. Wenn das so weitergeht, bekomme ich noch eine Sehnenscheidenentzündung durch die Schreiberei…

Nun besprechen wir noch ausführlich den Bereich der Wirbelsäule und sollen uns dann einen Stech-Partner suchen, um das Gelernte direkt einmal in die Tat um zu setzen. Herr Thews legt großen Wert darauf, dass wir uns bei jeder Stech-Übung ein neues Ohr suchen – und das tun wir nun auch.

Es läuft gut und macht Spaß (wie gesagt, dass stechen macht doch ein bisschen mehr Spaß als gestochen zu werden…).

Zum guten Schluss lernen wir noch, dass „Tor des Geistes“ kennen und sind dann wieder auf freiem Fuße/ Ohre :-) Schade eigentlich, es hat mal wieder viel Spaß gemacht :-)

Topics: Mein Tagebuch |

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