Mein Weg zum Heilpraktiker

„Gleich hast Du es geschafft!“

By admin | Februar 21, 2009

Für einen Samstag morgen nach einem Karnevalsfreitag ist heute in der Bahn erstaunlich viel los. Wie schön, dass ich nicht die einzige bin, die so früh auf den Beinen ist, ansonsten wäre mein Selbstmitleid noch erheblich größer. Aber ich habe ja natürlich auch Grund mich zu freuen! Ich sage nur: Akupunktur-Seminar 4ter Block, 2ter Tag! Ich kaufe der als Pirat verkleideten Frau beim Bäcker einen großen Kaffee ab und bewege mich Richtung Schule.

Ehe ich mich versehe hat der Unterricht bereits begonnen. Nach einer ausführlichen Besprechung des Punktes MP3 und der Erkenntnis von Goethe „Nur wer mir schnell hilft, hilft mir gut“ wenden wir uns den Lungen-Mustern zu. Eine, wenn auch nur kurze, wundervolle Zeit lang erscheint alles logisch zu sein. Doch schon bald passt eines der geistigen Puzzlestücke mal wieder nicht mehr richtig. Es entsteht eine Diskussion, warum man im Falle einer Lu-Qi-Schwäche nicht etwa die Aktualität, als auch die Chronozität zeitgleich behandeln sollte. Auch ich formuliere meine Theorie zu dieser Thematik und ernte von Herrn Thews, den mit Sicherheit nur gut gemeinten Kommentar: „Manchmal ist es besser zu schweigen und nur klug zu schauen!“. Ich beschränke mich also auf das klug schauen, nehme im Geiste einen Hammer zur Hand und klopfe das Puzzlestücken gewaltsam in seinen Kontext hinein. Frei nach dem Motto: was nicht passt wird eben passend gemacht! Der Unterricht setzt sich fort und ich bin froh, dass ich meinen Puzzlehammer erst einmal nicht mehr benötige.

Herr Thews spaziert munter durch die Klasse und alle Anwesenden notieren fleißig jedes von ihm gesprochene Wort. Auch mein Kugelschreiber und ich sind völlig in unserem karierten 80 Blatt Din A4 Collegeblock versunken, als eine Mitschülerin einen lauten Nieser aus ihrer Nase in die Freiheit entlässt. Ich zucke zusammen. „Das war Wind!“ sprichts Herr Thews und fügt hinzu „Sie haben gerade versucht ihre Erreger mit ein paar hundert Stundenkilometern aus ihnen heraus zu katapultieren. Ich nehme mal lieber Abstand von ihnen!“. Schnell habe ich den Weg in meinen Collegeblock zurückgefunden und schaue zu, wie meine rechte Hand mit dem silbernen Kugelschreiber die Worte „Da Chang“ notiert. Und damit besprechen wir ab jetzt den Dickdarm in der chinesischen Organtheorie. Nach einem langen Monolog seitens Herr Thews, möchte selbiger uns offensichtlich nun zum Dialog animieren: „Und wie kommt jetzt die Hitze in den Darm? Wird die da anal eingeführt?“. Letzteres schließe ich persönlich aus, habe aber keine Ahnung und beschränke mich lieber darauf auch an dieser Stelle einfach nur klug zu schauen. „Oft geht sie vom Magen-Feuer aus!“ führt Herr Thews den nun doch zum Monolog gewordenen Dialog weiter fort und wendet sich wieder der Tafel zu. `Oft geht sie vom Magen-Feuer` aus, schreibt meine rechte Hand fleißig in die karierten Zeilen hinein. Nach den den Dickdarm betreffenden Fülle-Mustern, wenden wir uns den dazugehörigen Leere-Mustern zu. Anschaulich wird uns erklärt, wie Kälte zu einer Di-Qi-Schwäche und im weiteren Verlauf zu einem Dickdarm-Kollaps führt. Nachdem wir nun auch von der Redensart `Ein Mann ohne Bauch ist ein Krüppel` gehört haben, wenden wir uns dem Akupunkturpunkt Ma25 zu. Ich wundere mich zusehends darüber, dass meine rechte Hand keinen Krampf erleidet und tapfer weiterhin alle gesprochenen Worte in Buchstaben transformiert. Gute Hand, so ist brav! Auch wenn sie die Zeilen schon nicht mehr ganz so zielsicher trifft… Nach der weiteren Ausführung diverser Ma-Punkte, die wir zu Übungszwecken nur lokalisieren und nicht stechen müssen, wenden wir uns nun endgültig der Thematik des Magens zu. Jemand stellt hier unvermittelt noch eine Frage zum vorher besprochenen Punkte-Konzept und Herr Thews ist sichtlich überrascht: „Das hab`ich jetzt nicht erwartet! Ihre Stirn lag nämlich nicht in Falten!“. Er antwortet trotzdem und eine erfreulich lange Zeit fügen sich die Puzzlestücken problemlos aneinander. Bei den Leere-Mustern des Magens muss ich dann zwischenzeitlich doch noch einmal meinen Puzzlehammer auspacken. Aber alles in allem wandere ich zufrieden auf den von Herrn Thews formulierten geistigen Pfaden.

Beim Punkt Ma34 machen wir einen kurzen Ausflug zum Thema Rheuma und erfahren, dass bei den Chinesen diese Krankheit als „Bi“ bezeichnet wird. „Bei den Chinesen heißt also `Bist Du auch ein bisschen Bi` nichts anderes, als „Hast Du auch Rheuma?`“ veranschaulicht Herr Thews noch einmal die Thematik und ich grinse müde in meinen Block hinein. Es ist 16:00 Uhr und meine geistigen Fähigkeiten scheinen von Minute zu Minute abzubauen. Ich glaube einige Puzzlestücken in meinem Kopf haben sich auch schon wieder in Luft aufgelöst… So fühlt es sich zumindest gerade an. Verflixt! „Wir wollen jetzt einmal stechen!“ höre ich Herr Thews dann sagen. Och, ich mag mich gerade gar nicht bewegen, denke ich. Und ich mag jetzt auch irgendwie nicht durch die Einstiche von 5cm Nadeln aus meiner Lethargie herausgerissen werden! „Jeder sucht sich einen Partner! Und unser Rückenpatient bekommt in der Zeit bitte nochmal sein Rückenkonzept gestochen!“ höre ich die stets wache Dozentenstimme sprechen. Das ist meine Chance, realisiere ich plötzlich und sage: „Das heißt, der der den Rücken behandelt, der wird selbst nicht gestochen?“. Herr Thews lächelt und nickt. „Dann mach ich das!“ sage ich bestimmt und springe auf! Mein Patient quält sich auf die Liege und ich taste auf seinem stark verspannten Rücken nach den Dornfortsätzen seiner Lendenwirbelsäule: „Eins…zwei… ach Quatsch ich zähl ja falschrum… fünf…vier… drei… oder war das jetzt doch falsch…. ?! Herr Theeeeewwwwws?“. Herr Thews kommt mir zur Hilfe und nachdem ich nun weiß, wo sich welcher Dornfortsatz befindet, beginne ich die Punkte zu lokalisiern. Mein Kopf ist müde und schwer! Bor nee, das bekomme ich jetzt nicht hin! Ich stehe etwas verloren neben meinem Patienten und taste orientierungslos auf seiner Lendenwirbelsäule herum. Mist, ich möchte nicht schon wieder um Hilfe rufen! Nach einer Weile schießt unerwartet ein rettender Geistesblitz in mein Haupt: Dem Armen wurden die Punkte ja gestern schon einmal gestochen… Ich brauche mich also nur an den kleinen Einstichnarben von gestern zu orientieren! Hihi, wie raffiniert! Ich fühle mich wie Wiki von den Wikingern, nur dass ich die Hand nicht zur Faust balle und den Daumen nach oben in die Luft strecke. Frisch motiviert beuge mich also nahe über den Rücken meines Patienten, als wolle ich das Kleingedruckte in einem Vertrag lesen, und versuche zwischen den dort ansässigen Rückenhaaren die alten unscheinbaren Einstichlöcher zu finden. Aha! Da sind sie! Juhu! Ich schenke Haaren und Haut eine großzügige Desinfektionsdusche und warte startklar mit den Nadeln in der Hand, dass die Desinfektionslösung einzieht. So! „Es geht jetzt los“ informiere ich meinen Patienten und implantiere nacheinander 9 Nadeln jeweils knapp neben meinen Orientierungsnarben. Mein Patient ist tapfer! Er sagt nichts und schreit nicht. Er zuckt nur ab und zu zusammen und in den Momenten zucke ich mit ihm. Uhhh, dass tut bestimmt weh… „Gleich hast Du es geschafft!“ versuche ich ihn zu ermuntern und steche noch 2 weitere Nadeln in seine Füße. So, jetzt noch die Moxxabox auf den Rücken gesetzt und – fertig ist das Werk!

Patient ist gestochen und qualmt – supi! Ich schaue noch ein wenig was die anderen so treiben und erfreue mich an Aussagen wie „Du hast da 2 Löcher, guck mal, und das hier ist tiefer…“. Dann muss ich mir leider von Herrn Thews sagen lassen, dass mein Werk wie „Kraut und Rüben“ ausschaut. Die Punkte seien zwar richtig sagt er, aber die Nadeln sind alle nicht so ganz im richtigen Winkel. Hmmm… ich hab mir aber echt Mühe gegeben… 20 Minuten später darf ich meinen Patienten von seinen Nadeln befreien und es schließt sich wieder der theoretischer Unterricht an. Wir sprechen über die Milz im energetischen Sinne und erfahren, welcher Punkt das „I-Tüpferli“ beim Milz-Yang-Mangel darstellt. Dann spricht Herr Thews ein fast noch schöneres „I-Tüpferli“ aus: „Wir machen dann für heute Schluss!“. Coole Sache, denke ich, packe zügig alle Puzzleteilchen des heutigen Tages in meinen Rucksack und mache mich vom Acker.

 

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Frau Lunge und Herr Dickdarm

By admin | Februar 20, 2009

Es ist Freitag morgen, der Freitag nach Weiberfastnacht. Um für das heutige Akupunkturseminar fit zu sein habe ich gestern anstatt zu feiern, wie es wohl jeder „vernünftige“ Kölner getan hat, meinen – Wandschrank aufgeräumt. Ich hätte mir wohl nichts schöneres vorstellen können … arrghhh… Ja Herr Thews, solche Opfer bringe ich für sie!

Ich kaufe mir in der Bäckerei einen großen Kaffee und stehe dabei neben 2 kostümierten Schnapsleichen, die selbiges tun. Es läuft Karnevalsmusik und ich werde wieder ein bisschen wehmütig. Vanessa, denke ich, man muss aber ja Prioritäten setzen im Leben! Mit der Koffeinbombe bewaffnet schreite ich schließlich schnellen Schrittes durch den Regen zum Unterrichtsgebäude. Im Klassenraum angekommen treffe ich auf einen leidenden Mitschüler, der auf der Untersuchungsliege gerade von unserem Direktor gegen seinen akuten Hexenschuss behandelt wird. Fragender Blick meinerseits. „Zu viel getanzt…Die Luftgitarre auf einem Bein war es schuld…!“ sagt er nur und fügt hinzu „Karneval halt!“. Na dann Prost, denke ich! Kurze Zeit später beginnt der Unterricht. Passenderweise sprechen wir zunächst über ausstrahlende und punktuelle Schmerzen und damit über ein Le-Qi- und eine Xue-Stase. Herr Thews versucht letzteres verständlich für uns abzugrenzen, doch es kommt bereits zur ersten allgemeinen Verwirrung. Insbesondere meinerseits: „Hä? Ich dachte eine Le-Qi-Stase ginge immer vom psychischen und nicht vom körperlichen aus“. „Ein Muster, viele Krankheiten“ sprichts Herr Thews. Das nächste `Hä?` behalte ich stillschweigend für mich und lehne mich stirnrunzelnd zurück, während nun eine Mitschülerin weitere Fragen formuliert. Zu ihr gewandt spricht Herr Thews nun: „Sehen sie: Nur weil ihr Waschbecken verstopft ist muss ja nicht auch die Badewanne verstopft sein“. In der sich nun anschließenden Diskussion klären sich die Fragen schließlich. Körpersprachlich stellt sich dabei auch heraus, dass man mir schon ansieht, wenn ich etwas fragen möchte, weil ich stumm beginne meinen Kiefer rhytmisch zu bewegen. Bei meiner Kollegin scheint es eher das intensive Stirnrunzeln zu sein, welches verrät, dass sie schon bald eine Frage formulieren wird. Interessant!

Im Anschluss wird unser echter Karnevals-Rücken-Patient behandelt. Es findet sich schnell eine Therapeutin. Nach Anamnese und körperlicher Untersuchung krabbelt unser Patient auf die Liege und erträgt tapfer die Einstiche der nun folgenden 9 Nadeln in seinen Lendenwirbelbereich. Zwei weitere Nadeln wandern desweiteren in seine unteren Extremitäten. Eine zusätzliche Ohrakupunktur später, gibt er eine etwa 60%ige Besserung seiner Beschwerden an. Wir freuen uns! Doch Herr Thews lehrt uns, damit noch nicht zufrieden zu sein! Später am Tag soll er dann nochmal Sitzung genießen dürfen.

Einige Fallbeispiele zu diversen Themen später, bei jenen wir nebenbei feststellen, dass man in der Schulmedizin eine Operation auch bezahlen muss, wenn man dabei verstirbt, beginnen wir mit dem Zang Fu System und damit mit der chinesischen Organtheorie. Es stellt sich heraus, dass Herr Thews eine interessante Art und Weise erfunden hat, seinen Schülern diese Theorie näher zubringen. Ich persönlich finde, man könnte mit seiner Geschichte auch problemlos eine Horde Kindergartenkinder unterhalten. Sie klingt ungefähr so: „Es war einmal Frau Lunge! Und Frau Lunge heiratet Herrn Dickdarm. Frau Lunge hat auch eine Freundin und das ist die Frau Milz. Frau Lunge und Frau Milz sind so gute Freunde, dass sie zusammen eine Gang gründen. Und ihre Gang nennen sie „Tai Yin“. Doch Frau Milz entpuppt sich als falsche Schlange. Wenn Frau Milz Probleme hat, dann schiebt sie sie Frau Lunge heimlich in die Schuhe. Und wenn Frau Lunge nicht mehr mit den Problemen fertig wird, dann kommt Frau Milz und sagt ganz großzügig zu Frau Lunge: „Meine Freundin, ich helfe Dir!“. Es sieht immer so aus, als wäre Frau Lunge die Böse, und darunter leidet Frau Lunge sehr.“ Die Geschichte handelt des weiteren von der Ehe von Frau Lunge und Herrn Dickdarm und der Ehe von Frau Herz und Herrn Dünndarm. Es kommst zu spannenden Skandalen, so z.B. hat Frau Milz eine heimliche Liebesbeziehung zu dem Mann ihrer besten Freundin… Nun denn, und wenn sie nicht gestorben sind produzieren und verteilen sie auch heute noch das Qi! Wie schön!

Nach der Mittagspause dopt Herr Thews unsere Runde mit einer Art chinesischem Red Bull und es geht weiter. Wir sprechen insbesondere über Frau Lunge, deren spiritueller Aspekt sich zu chinesisch „Po“ nennt. Scharfsinnig bemerkt jemand an dieser Stelle, dass ja auch eines der Teletubbies „Po“ heißt. Oh, hat sich da gerade wer geoutet? Einige Lungen-Qi-Schwächlinge weiter, bringt uns Herr Thews den Punkt Lu9 näher. In unserem Lungenkonzept stellt er (also der Punkt Lu9 und nicht unser Dozent) quasi die Kirschen im Kirschkuchen dar. Soweit so gut! Bei der Wiederholung des Punktes LG14 bauen meine geistigen Fähigkeiten langsam ab. Frau Vanessa wird trotz chinesischem Taurin-Koffeingemisch müde! Es geht um die Lokalisation des Punktes LG14 und voller Überzeugung sage ich zu meiner Sitznachbarin gewandt „Der liegt zwischen dem 7ten und 8ten Halswirbel!“. „Ach da unten“ erwidert sie und deutet auf ihre Lendenwirbelsäule. Alle lachen. Wie peinlich war jetzt dieser Dialog unter zwei Heilpraktikern! Ich erfinde eine neue anatomische Struktur, den 8ten Halswirbel, und meine Kollegin siedelt die Halswirbelsäule knapp oberhalb ihres Gesäßes an. Ups! Wie immer in solchen Situationen tut sich leider kein Loch im Erdboden auf, indem man mal schnell versinken könnte… Schade aber auch! Nun denn, es ist mittlerweile 16:00 Uhr und Herr Thews befindet: „Wir wollen ein bisschen stechen“. Supi, das ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür! Spontan ziehe ich meine Schuhe aus und kremple meine Hose hoch. Ich will es schnell hinter mir haben! Es bilden sich Übungspärchen und schon bald wird mir Ma36 und MP6 gestochen.

Wie immer zucke ich mit schmerzverzerrtem Gesicht theatralisch zusammen, als meine Therapeutin das De-Qi-Gefühl in den tiefen meines Körpers auslöst. Dafür tue ich ihr im Anschluss das gleiche an. Nicht aus Rache, sondern selbstverständlich nur aus übungstechnischen Gründen! Dem praktischen Teil fügt sich daraufhin wieder eine theoretische Einheit an, in er wir ein paar weitere Akupunkturpunkte besprechen. Zwischendrin kommt Herr Thews nochmal auf das De-Qi-Gefühl, das individuellen Akupunkturgefühl, zu sprechen. Eindeutig zu mir gewandt bemerkt er an dieser Stelle: „Und die meisten Patienten schreien zu früh!“. Oh, da war ich wohl wieder ein wenig zu theatralisch… Aber das tat auch echt weh! Ich grinse und blicke zu Boden. Wie peinlich!

Am Ende erfährt unser Rücken-Patient seine Folgebehandlung:

Als er da so hilflos mit Nadeln im und Moxxabox auf dem Rücken liegt, bemerkt Herr Thews die Unruhe in der Klasse. Es ist kurz vor 18:00 Uhr und alle scharren schon mit den Hufen. „Sie können gehen, wenn sie wollen. Ich mache ihn fertig!“ spricht unser Dozent an dieser Stelle. Coole Sache, dass muss er uns wohl nicht zweimal sagen! Er macht ihn fertig! Ja, super! Wir machen uns also alle vom Acker und überlassen unseren Karneval-Geschädigten Luftgitarrenspieler seinem Schicksal. Und wenn er nicht gestorben ist, dann liegt er wohl jetzt noch da, mit Nadeln im und Moxxabox auf dem Rücken… Hihi… ;-)

 

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„Wir brauchen also einen Freiwilligen!“

By admin | Januar 24, 2009

Es ist Sonntag morgen und mal wieder: 9:00 Uhr. Gerade angekommen und noch von mittelgradiger Müdigkeit erfüllt, sitze ich im Unterrichtsraum und vernehme bereits die Worte von Herrn Thews: „Gut, dann fangen wir an!“. Nach einer kurzen Wiederholung des gestrigen Stoffes, beginnen wir mit dem Thema Schmerz, welcher sich, wie ich erfahre, auf chinesisch „Tong“ nennt. Wenn ich mich also jemals in China befinden und Schmerzen haben sollte, weiß ich mich ab sofort zu Verständigen. Das ist beruhigend!

Um uns die verschiedenen Achsen innerhalb der Meridian-Theorie zu verdeutlichen, greift Herr Thews zu ein paar Versinnbildlichungen, welche uns den Sachverhalt näher bringen sollen. So lernen wir z.B., dass sich der Dickdarm und der Magen-Meridian in Kombination „YangMing“ nennt, sowie sich die Kombination aus Cola und Limo ja auch „Spezi“ schimpft. Cool! Das verstehe ich! Hier in Köln hätte er auch sagen können, dass ein Roggenbrötchen mit Käse ja auch als „Halve Hahn“ bezeichnet wird. Wäre auch ein passender Vergleich gewesen.. Schön, ich kann seinen geistigen Pfaden folgen! Einige Achsen und Schichten später, treffen wir auf die interessante Information, dass der Punkt Ma8, je nach Gesichtsform des Patienten, seine Lokalisation ändert. So so, es macht also einen erheblichen Unterschied, ob man einen europäischen Eierkopf oder ein echtes chinesisches Pfannkuchengesicht behandelt. Eines solchen Problems, war ich mir bislang nicht bewusst…

Beim Punkt Gb8 kommt es zu allgemeinem Gelächter, weil Herr Thews an dieser Stelle tatsächlich anmerkt: „Dieser Punkt hat einen komischen Namen!“. Ich nehme an, die anderen denken gerade allesamt das gleiche wie ich selbst: wie witzig! Alle anderen Punkte haben natürlich keine komischen Namen! Nun denn, der Punkt Gb8 bezeichnet sich offensichtlich als „Shuai Gu“ was ich persönlich nicht weniger komisch finde, als Shao Ze, Zong Chong oder Guan Chang. Nun denn, so unterschiedlich gestalten sich also die Wahrnehmungen.

Nach Themen wie Farblichttherapie, Sondertechniken und Schädelakupunktur wenden wir uns schließlich ausgiebig dem Themenbereich der Kopfschmerzen zu. Das HB-Männchen und die Migräneattacken eines katholischen Pfarrers später, ist mehr als deutlich geworden, wie viele TCM-Muster doch zu diesem Symptom führen können: nämlich über 16 Stück. Wow! Jetzt habe ich spontan das Gefühl Kopfschmerzen zu bekommen…

Auch nach der Mittagspause bin ich noch ziemlich müde. Es ist ja auch Sonntag, da darf man wohl mal müde sein… Trotzdem kann ich die Fallbeispiele, die wir nun im Anschluss diskutieren weites gehend nachvollziehen. Dummerweise fliegt innerhalb dieser Diskussion die Tatsache auf, dass wir den Punkt Ma44 ja noch gar nicht gestochen haben. Diesen unglaublichen Missstand möchte Herr Thews natürlich umgehend beheben und spricht: „Wir brauchen also einen Freiwilligen!“. Die seit Beginn des Kurses größte aller Gesprächspausen entsteht nun. Eine unerträgliche Stille erfüllt den Raum und keiner weiß so recht wo er hin gucken soll - inklusive meiner Person. Uns ist wohl allen klar, wo dieser Punkt gelegen ist und es stellt sich keiner besonders angenehm vor in die Schwimmfalte zwischen des 2ten und 3ten Zehs gestochen zu werden. Soll ich es machen? Uh, mir tut bei dem Gedanken alleine schon alles weh… Soll ich? Soll ich nicht? Wie peinlich, keiner sagt etwas… Irgendwann wirft Herr Thews die Frage abermals in den Raum und erneute Stille folgt so gleich. Soll ich? Soll ich nicht? Doch da wird mir die Entscheidung Gott sei dank abgenommen: „Na gut, dann mach ich das!“ sagt unser einziger Mann im Kurs genervt und zieht sich bereits die Socken aus. Puhh, nochmal Glück gehabt! Als er schließlich auf der Liege liegt stellt sich die nächste Frage seitens Herr Thews: „Und wer sticht?“. Wieder Pause! Das verstehe ich jetzt wiederum nicht, stechen macht doch Spaß! „Dann steche ich!“ sprudelt es aus mir heraus und so setze ich mein Vorhaben in die Tat um. Das Opfer ist tapfer und sagt kein Wort. Ich bin baff so tief mit den Nadeln gestochen und offensichtlich kein De Qi Gefühl beim Patienten produziert zu haben. Aber immerhin bekomme ich ein Lob für meine Arbeit. Die Nadeln liegen richtig und ich bin auch nicht an der anderen Seite des Fußes wieder herausgekommen! Ich freue mich!

Direkt danach wird allerdings schon der nächste Freiwillige gesucht, diesmal für die Ba Feng Gruppe. Ui, das ist ja noch übler. Vier Nadeln in vier Schwimmfalten sag ich da nur. Alle verfallen wieder in betretenes Schweigen, was ich jetzt echt nicht nochmal aushalte. „Aähm… ich muss mal aufs Klo“ sage ich und verschwinde durch die Tür. Alle lachen, weil mir keiner glaubt, aber ich muss tatsächlich jetzt mal aufs Klo. Auch wenn es vielleicht an dieser Stelle noch nicht allzu dringend ist… zugegeben! Unglücklicherweise hat sich auch als ich zurückkomme, und ich habe mir echt Zeit gelassen, noch immer kein Freiwilliger gefunden. Stille! Bor, das gibt`s doch gar nicht. Ich glaube langsam ist Herr Thews deprimiert… das wäre ich zumindest an seiner Stelle. Komm schon Vanessa, gib Dir einen Ruck. Und da höre ich mich tatsächlich heroisch sagen: „Na gut! Ich mach`s!“. Meine Hände sind im selbigen Moment bereits dabei, Schuhe und Socken von meinen Füßen zu entfernen und eh ich mich versehe liege ich bereits auf der Behandlungsliege. Jetzt ist der Moment gekommen, indem ich denke: Vanessa, was zur Hölle machst Du denn da? Mitleid erfüllt gruppieren sich die anderen um mich herum und ich darf mir einen Therapeuten aussuchen. Spontan zeige ich auf eine Mitschülerin und bin mir nicht ganz sicher, ob sie sich darüber freut. Herr Thews gibt meiner Therapeutin dann noch letzte Anweisungen: „Sehen Sie, und dann ziehen sie die Zehen auseinander und schießen die Nadeln dann schnell rein“. Was höre ich da? Rein schießen? Dieses Detail hatte ich bei meiner heldenhaften Spontanaktion ja total verdrängt, doch jetzt erinnere ich mich. Die Ba Feng Punkte werden nicht normal gestochen, da das viel zu schmerzhaft wäre. Nein, deswegen werden sie regelrecht rein geschossen. Als mir diese Tatsache bewusst wird ziehe ich augenblicklich meine Füße zurück und schnelle mit dem Oberkörper in die Höhe: „Sch*** ! Ich hab voll vergessen, dass die rein geschossen werden!“. Alle Augenpaare sind auf mich gerichtet, noch mehr von Mitleid erfüllt, als bereits schon zu vor. Aber schnell merke ich, dass ich aus der Nummer jetzt nicht mehr herauskomme strecke meine Füße wieder aus, ergebe mich in mein selbst gewähltes Schicksal und lege mich wieder hin. Da muss ich dann jetzt wohl durch! Ich habe das Glück eine gute Therapeutin erwischt zu haben. Zügig sticht sie mir die Punkte, die zwar schmerzen, aber sich dennoch als erträglicher gestalten als zuvor angenommen. Theatralisch juchze ich bei jedem Stich auf, was dennoch durchaus berechtigt ist, und fühle mich im Anschluss wie ein kleiner Held!

 

Den Rest des Tages sprechen wir dann über die Zungendiagnostik. Wir lernen sämtliche mögliche Formen, Farben und Beläge von Zungen kennen, bevor wir um 17:50 Uhr das Gebäude verlassen können. Mein Kopf ist mal wieder reichlich gefüllt worden und ich nehme mir vor, alles nochmal gründlich nachzuarbeiten, bevor sich der Kurs in einem Monat fortsetzt. Es wird sich zeigen, ob ich meinen Vorsatz dieses Mal tatsächlich einhalten kann….

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Bluten lassen ist immer gut!

By admin | Januar 24, 2009

Es ist Samstag morgen, 9:00 Uhr. Während ich bereits im Unterrichtsraum Platz genommen habe, dreht mein Freund sich vermutlich genau in diesem Moment noch einmal im Bett herum. Ich bin neidisch! Doch leider kann man die TCM wohl kaum lernen, wenn man sich ein entsprechendes Buch unter das Kopfkissen legt… Da muss man eben Opfer bringen!

Herr Thews beginnt wie immer motiviert den Unterricht, während alle Anwesenden still seinen Worten lauschen. Wir besprechen zunächst Fallbeispiele, die in meinem Inneren zu einem Gefühl der Glückseligkeit führen, denn: ich kann sie tatsächlich nachvollziehen. Coole Sache! Ich freue mich! Hin und wieder stellt jemand eine Frage, die beginnt mit „Auf die Gefahr mich zu entblöden, aber…“ oder „Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass…“, doch insgesamt ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend. Wir verstehen!

Im Anschluss werden uns einige Akupunkturpunkte vorgestellt, welche wiederum einen kleinen Knoten in meine Hirnwindungen formen. Hä? Shao Shang, Shang Yang, Shao Ze, Zong Chong und Guan Chang später, weiß ich nicht mehr recht wo oben und unten ist. „Sehen Sie, wenn man ein bisschen Chinesisch kann ist das Leben einfach einfacher!“ sprichts Herr Thews zwischendurch, übersetzt fröhlich die chinesischen Begriffe und versucht uns deren Bedeutung mit lebhaften Beispielen näher zu bringen. Jo! Leider kann ich kein chinesisch… (außer vielleicht ein wenig Fachchinesisch…)

Im weiteren lernen wir, dass es in Wirklichkeit keine Hexen gibt, auch wenn der so genannte „Hexenschuss“ selbiges vermuten lassen könnte und das man als Frau keine Marmelade einkochen sollte, wenn man seine Periode hat, denn dann wird diese schlecht. Letzteres gilt übrigens auch für die Produktion von Wurst, wobei wir uns wohl alle einig sind, dass solcherlei Ansichten in der heutigen Zeit wohl überholt sind. Außerdem gilt der ausgestreckte Mittelfinger in China nicht als Beleidigung, sondern stellt eine positive Ehrerbietung dar, welche aussagt: „kommt von Herzen“. Trotzdem wäre ich wohl vorsichtig mit solcherlei Gesten, aber: Interessant!

Wir schieben schließlich eine praktische Einheit ein und sollen uns gegenseitig stechen. Wahlweise stehen Di4 + Di11 oder Di4 + Lu7 oder auch Ma36 zur Wahl. Ja schön, ist ja wie bei Mc’Donalds hier. Ich entscheide mich für das Ma36-Menü! Meine Therapeutin möchte mich unbedingt aber noch mit Lu7 beglücken. Hm… Bei Mc`s würde ich ja auch nicht nein sagen, wenn man mir noch einen Burger gratis überlassen würde. Also stimme ich zu! Während ich also innerlich angespannt mit nackten Beinen auf einem Stuhl sitze und mit verzerrtem Gesicht meine Bestellung in Form von Ma36 entgegennehme, lausche ich den vereinzelten Sätzen, welche meine Mitschüler um mich herum zum besten geben. „Bor guck ma, wie tief ich schon drin bin!“ höre ich einen sagen. „Wat meinste erst wie tief ich vorhin bei Dir drin war!„ spricht der andere. Und aus einer weiteren Ecke höre ich Herrn Thews sagen: „Ja, bluten lassen ist immer gut!“. In diesem Moment denke ich mal wieder: Vanessa, wo bist Du hier nur gelandet?

Nachdem ich mich an meiner Übungspartnerin mit einem Menü bestehend aus Di4 + Di11 revangiert habe, setzt sich der theoretische Unterricht fort. Nach einem ausgiebigen Vortrag über den Punkt LG14 seitens Herrn Thews ist der Nachmittag bereits gekommen. Mein Kopf wird sehr schwer, was sicherlich daran liegt, dass meine Gehirnmasse wächst, und ich stütze ihn ungeniert auf meinem linken Handteller ab. Herr Thews referiert mittlerweile über den Extrapunkt „Ding Chuan“ und schlendert dabei um alle unsere Tische herum. Bei mir angekommen setzt er sich kurz auf den Platz neben mir und referiert weiter. Mein Kopf bleibt dort wo ich ihn geparkt habe, aber meine Augen wandern zu Herrn Thews Stirn. Dort befindet sich plötzlich ein riesengroßer orange-farbender Fleck. Auf seiner rechten Wange setzt sich das Kunstwerk in Form eines langen orangenen Streifens fort. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren und muss dauernd dort hin starren. Unbeirrt spricht er weiter und schaut auch mich hin und wieder an. Ich nicke nur zustimmend, was immer er auch gerade gesagt hat, und blicke Fleck und Streifen an. Das wird das vermutlich Kreide sein… oder entwickelt er gerade einen Ausschlag? Er steht auf und demonstriert am Übungsskelett die Lokalisation des Punktes Ding Chuan. Sein Redefluss lässt sich kaum unterbrechen, ich finde keinen Einstieg. Ja sieht denn das sonst keiner? Unweigerlich fahre ich mir über die Stirn und versuche Blickkontakt aufzunehmen – vergebens. Nach einer Weile sitzt Herr Thews wieder vorne an seinem Tisch und nimmt einen Schluck aus seiner Saftflasche. Na endlich, die Gelegenheit muss ich nutzen: „Sie haben da was Oranges in ihrem Gesicht!“. Allgemeine Zustimmung. Er wischt sich die Kreide weg und ich lehne mich entspannt zurück. Ja wohl, jetzt kann ich mich wieder besser konzentrieren.

Bevor wir erneut praktisch arbeiten lernen wir noch die Anwendung der „langen Schlange“ und einige Schröpfkopftechniken kennen. Schließlich wird ein Freiwilliger gesucht, der sich 3 Punkte am Rücken stechen lassen möchte. Nach einer langen Pause, in der alle bemüht sind sich mal kurz unsichtbar zu machen, meldet sich unser einziger Mann in der Gruppe. Eine Mitschülerin sticht ihm die Punkte, während wir alle im Halbkreis um Patient und Therapeut herum stehen. Herr Thews korrigiert eine der Nadeln und fragt: „Ist das rumfummeln unangenehm?“. „Ne, der Einstich war nur nicht schön“ antwortet der Patient. „Ah, das fummeln finden sie also schön“ sprichts Herr Thews. Hihi, eindeutig zweideutig! Nun denn, ich mache ein Foto und zeige es unserem Helden nach abgeschlossener Behandlung. Sein Kommentar ist lediglich: „Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Haare auf dem Rücken habe“.

 

In der verbleibenden Stunde versucht Herr Thews uns noch die Unterschiede von den Punkten Bl40, Bl39 und Shui Shui näher zu bringen.

Um 17:55 verlasse ich dann schließlich erschöpft das Gebäude!

In der Bahn versucht mein Hirn unweigerlich Menschen in TCM Muster einzuordnen. Ich glaube mehreren Yang-mangeln, einer Milz-schwäche und ein paar Herz-Feuer-Typen zu begegnen. Bin mir aber nicht wirklich sicher… An einer Haltestelle steigt plötzlich einer Gruppe dunkelhäutiger Personen hinzu. Ja, jetzt bin ich überfordert! Wie erkennt man denn Blässe bei dunkelhäutigen?

Arrgghh! Ich schließe lieber die Augen, bevor sich mir noch mehr Fragen stellen und verschiebe das Denken lieber auf morgen!

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Sterben ist kein Lösungsansatz

By admin | Januar 23, 2009

Einen guten Monat ist der letzte Akupunktur-Block nun schon her, und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nichts, aber auch gar nichts, nachgearbeitet habe… Auf dem Weg zum Unterrichtsraum krame ich deswegen angestrengt im meinem Hirn umher. Hier und da finde ich vereinzelt ein paar pathogene Faktoren, sowie auch einige Akupunkturpunkte, die ich aber so spontan nicht mehr so recht zuordnen kann. Mist! Es haben sich ein paar Lücken in meiner Festplatte eingeschlichen… Nun denn, dann will ich mal hoffen, dass Herr Thews mir helfen kann die Lücken wieder zu schließen. We will see – wie der Engländer sagt…

Zu Anfang wiederholen wir nochmals die pathogenen Faktoren. Um den Wind zu veranschaulichen vergreift sich Herr Thews an der sich im Raum befindlichen künstlichen Pflanze. Alle schauen interessiert zu, wie er ihre Äste schüttelt und schließlich auch ein kleines Ästchen abbricht. „Das ist Wind!“ fügt er hinzu und schreitet wieder vor zu Tafel. Aha, denke ich, weiß aber erstaunlicherweise was er meint. Schön, bis hierher kann ich folgen!

Kurze Zeit später erfahre ich, dass Alkohol vorübergehend eine Leber-Qi-Stagnation aufzulösen vermag. Hm, nur leider lässt sich Alkohol so schlecht als Therapiekonzept verwenden. Schade eigentlich. Hallo Frau Schmitz, also ihnen verordne ich täglich eine halbe Flasche Wein. Oh, hallo Herr Meyer, sie haben aber eine große Leber-Qi-Stagnation. Meine Therapie: Täglich eine halbe Flasche Wodka. So, das macht 95 Euro! Tja, ganz so einfach ist es wohl aber dann doch nicht…

Wir bekommen desweiteren den Tipp, immer klug auszuschauen, bei dem, was wir tun. Aha, gute Idee! Ich schaffe es bestimmt klug auszuschauen, wenn ich Herr Meyer die Flasche Wodka verordne. Ja, das schaffe ich!

Nach dem manischen Hitze-Lachen (an dem offensichtlich eine Moderatorin von Kabel1 leidet), der Nässe (bei der es vorkommen kann, dass man im eigenen Saft schmort) und dem Vergleich von Akupunkturpunkten mit einer Verabredung am Kölner Dom, gibt es eindeutige Komplikationen an meiner Festplatte: Speicher voll. Ich fühle mich wie ein Schwamm in einer Badewanne voll von Informationen. Blöderweise ist die Aufnahmekapazität eines Schwammes doch arg begrenzt. Genau an diesem Punkt scheine ich gerade angekommen zu sein…Et jeht nix mehr rein!

Nach einer Mittagspause, die leider nicht allzu viel an meiner geistigen Situation zu ändern vermochte, schüttet Herr Thews fleißig weiter Informationen in die Badewanne. Mein Schwamm versucht selbige noch aufzunehmen, jedoch scheinen sich im Tausch dafür andere Informationen wieder zu verabschieden. So kommt es, dass ich eine Frage stelle, die ich Stunden zuvor bereits einmal formuliert hatte. Herr Thews beantwortet sie geduldig auch ein zweites mal. Danke schön!

Zu meiner Beruhigung sind die Schwämme der anderen aber glaube ich auch bald wegen Überfüllung geschlossen. Warum sonst sagt dort drüben eine Schülerin zur anderen: „Du kannst die Spaghettis nicht verstehen, weil Du kein Italiäner bist“. Hä? Ah, ich glaube die Aussage bezieht sich auf Herrn Thews These, dass die Chinesen, den Nicht-Chinesen nicht viel zutrauen und einiges an Können absprechen. An dieser Stelle fällt noch eine Schleichwerbung für Barilla Spagetthis und es geht weiter im Text.

Wir sind beim Leber-Feuer angekommen und Herr Thews versucht uns selbiges zu Versinnbildlichen, am Beispiel von: Socken. Die Theorie: Stellen Sie sich vor ihr Mann lässt überall seine dreckigen Socken liegen und es hilft auch nichts, wenn sie ihn verbal darauf hinweisen, dass er das nicht machen soll. Spätestens wenn seine Socken neben ihrer Schwarzwälder-Kirschtorte zum liegen kommen, kann es sein, dass sie vor lauter Leber-Feuer explodieren und ihn – erstechen. Ungläubig blicke ich zu Herrn Thews herüber: „Aber Herr Theeeews, es bringt doch keiner seinen Mann wegen seinen Socken um! „Wissen Sie, bevor sie mich unterbrochen haben, habe ich bereits ihr Mimikzucken bemerkt“sagt er. „Das heißt das ich denke“ sage ich. Oh, da fällt mir auf, das bedeutet ja im Umkehrschluss, wenn ich nicht mehr zucke, dann denke ich auch nicht. Aber ich kann doch nicht die ganze Zeit zucken. Noch während ich weiter überlege, ohne diesmal zu zucken, sagt er: „Ja, ich habe gemerkt, dass sie ein Problem haben“. Und daraufhin hebelt Herr Thews mein Argument `wegen Schweißfüßen bringt man keinen um’ gekonnt aus. Ich bin gerade nicht mehr in der Lage, dieser Diskussion stand zu halten. Also schwenke ich bezüglich des Leber-Feuers in die andere Richtung um. Leber-Feuer kann ja auch implodieren. Es folgt ein Dialog mit dem Ergebnis: Sterben ist kein Lösungsansatz!

Nachdem ich erfahre, dass ein eigenständiger Kopf nicht gehalten werden muss, gebe ich mir Mühe den Rest des Unterrichts meinen Kopf nicht mehr in meiner linken Handfläche abzustützen. Und nachdem wir erfahren haben, dass Darmmassagen vergleichbar mit dem Anschieben eine Autos sind und das Mehl eine enge Beziehung zu Klebstoff, Brennstoff, aber auch Kuchen hat, gehen wir über zum Reiskornmoxxen. Eine Mitschülerin bekommt ein Reiskornmoxxa auf Di 4 gesetzt. Sie hält der Hitze erstaunlich lange stand. Wir fragen uns, ob diese Technik bei Menschen mit Sensibilitätsstörungen (z.B. Diabetikern) wohl auch geeignet wäre… Nicht das da plötzlich die Haut anfängt zu kokeln, weil der Patient den Schmerz nicht wahrnimmt?! Nun denn, unsere Probandin ist keine Diabetikerin und wirft plötzlich voller Hast das Reiskornmoxxa in die Nierenschale.

 

Dann wird es tatsächlich auch noch philosophiosch: Gibt es einen Weg zur Glückseligkeit? - Die Glückseligkeit ist der Weg! Als um 17:15 einer von uns über den Punkt LG13 vorliest, entsteht bei Herrn Thews ein Gefühl der Glückseligkeit, wie er uns berichtet. Jemand wirft ein, dass Robbie Williams den Punkt LG13 wohl auch bräuchte. Doch halte ich persönlich es für unwahrscheinlich, dass er einmal in unserer Praxis auftauchen wird…

Mein Schwamm ist voll. Die geistige Trennung von LG13 und LG14 fällt um diese Uhrzeit äußerst schwer. „Um eine depressive Verstimmung zu überwinden machen wir Ingwermoxxa an LG13“ so die Aussage von Herrn Thews. „Ich denke, ein einzelner Punkt ist kein Konzept!“, so meine Aussage dazu. „Ja, aber je weniger Punkte, je besser.“ entgegnet Herr Thews standhaft. „Aber sie haben gesagt, ein Punkt ist kein Konzept!“ erwidere ich erneut, weil mir kein passenderes Gegenargument einfällt. „Sie führen mich an der Rand der Verzweiflung“ sagt er schließlich zu mir. Und da prustet die schonungslose Ehrlichkeit postwendent aus mir heraus: „Ja, sie mich auch!“. Ups, war das jetzt frech?! Merke Vanessa: erst denken, dann sprechen. Wir einigen uns darauf, dass es nicht schaden würde, ein paar Punkte hinzuzunehmen, auch wenn das an dieser Stelle wohl nicht nötig wäre. Gut, damit können wohl alle Beteiligten leben.

Es lässt sich nun noch ein Freiwilliger an LG20 stechen und moxxen:

 

(Heiße Nadel an LG 20)

(Moxxabox auf LG 20)

Und dann ist der Unterricht um kurz nach 18h beendet und alle Schwämme können für heute nach Hause gehen! Das nenne ich Glückseligkeit :-)

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„Ist ja nur ein kleiner Schmerzrezeptor…“

By admin | Dezember 14, 2008

Es ist Sonntag morgen und ich komme müde und mit Kaffee bewaffnet im Unterrichtsraum an. Nanu? Is ja erst einer da. Ich schlürfe zu meinem Platz und lasse erstmal meinen schweren Kopf auf die Tischplatte sinken. Nach und nach trudelt schließlich der Rest des Kurses ein und Herr Thews beginnt motiviert den Unterricht. Wie deprimierend muss es wohl sein, dabei in 8 so müde Gesichter zu blicken?! Denn heute scheinen wirklich alle in eine leichte bis mittelschwere Lethargie verfallen zu sein… Tja, so ein Wochenendflug durch 2000 Jahre Medizingeschichte ist eben doch ein wenig anstrengend!

Wir beginnen erneut über den pathogenen Faktor Hitze zu sprechen und erfahren, dass sie sich steigern kann zur Xue-Hitze und noch weiter zur toxischen Hitze. Die toxische Hitze löst dann letztendlich die Organe auf! Noch während ich darüber nachdenke, habe ich eher das Gefühl mein Hirn löst sich gerade auf… Ich fürchte um es zu retten brauche ich noch einen großen Kaffee, wann haben wir denn bloß Pause.. ?

Im weiteren Verlauf schreibt Herr Thews nochmal die Worte „Liu Yin“ an die Tafel und wird prompt von jemandem gefragt, was das denn jetzt nun wieder sei. Herr Thews schlägt augenblicklich die Hände über dem Kopf zusammen: „Wie soll ich heute Nacht nur schlafen? Liu Yin sind die 6 bösen Übel! Darüber reden wir schon seit 2 Tagen!“. Ich denke mir nur, wie gut das mir das jetzt nicht passiert ist… :-)

Einen großen Kaffee und 200g Spritzgebäck von der Bäckerei nebenan weiter, fühle ich mich schon ein ganz klein wenig frischer im Kopf. Und jetzt, nach der Pause, sprechen wir über den pathogenen Faktor Nässe. Ich erfahre, dass Ejakulat Ähnlichkeit haben kann mit Fensterkitt und Wollmäusen und das manche Kinder das wunderbare Spiel bevorzugen: wer hat die längste Rotzglocke. Außerdem ist „Schwere“ ein großes Stichwort an dieser Stelle, so wird vom vielen Denken zum Beispiel der Kopf schwer. Und so stützen die, die schwer begreifen, ihren Kopf ab und schauen zu dem auch blöd in der Gegend herum. Wie schön, ich fühle mich gerade persönlich angesprochen und höre augenblicklich auf meinen Kopf auf meiner linken Hand abzustützen…

Es geht weiter mit Wasser und Schleim. Und bei der Multiplen Sklerose habe ich ein arges Verständnisproblem, blöderweise äußere ich das auch: „Hä? Wieso ist das jetzt unsichtbarer Schleim und kein Yin-mangel? Man spricht doch von Entmarkungsherden und da geht doch Substanz verloren..?!“. Herr Thews antwortet ruhig: „Wer ist man?“. „Ja, die Schulmedizin!“ sage ich wiederum. Und Herr Thews wieder: „Und worüber reden wir hier gerade?“. Das war eine rhetorische Frage, auf die ich jetzt nicht antworten brauche. 1:0 für Sie, Herr Thews. Wir reden über TCM und nicht über Schulmedizin… Ich glaube ich frage heute besser gar nichts mehr… Geschlagen stütze ich meinen Kopf wieder auf meine linke Handfläche auf und atme tief durch. Herr Thews beginnt daraufhin nochmal mit den Grundsätzen: Wir betrachten Krankheit als eine energetische Störung! Früher war Krankheit ein Fluch, der böse Blick machte die Furunkel. Heute wird sie chemisch diskutiert und morgen genetisch. Wir diskutieren sie energetisch! Und: Eine Krankheit viele Muster!“. Bor, da komme ich heute nicht ganz parat mit. Ich blicke mich kurz um in die Runde. Verstehen die das wohl alle?

Nachdem wir gelernt haben warum alte Menschen in die Kirche gehen (nämlich weil Weihrauch süchtig macht), sollen wir ein paar Punkte stechen. Ich lege mich bereitwillig als erstes auf die Liege und spiele den Patienten. Denn sich jetzt hin zu legen finde ich wahrlich eine gute Idee. Wenn nur die Nadeln nicht wären… Meine Therapeutin lokalisiert zunächst die 7 Punkte an meinem Körper. Und dann… sticht sie zu! Wiedereinmal wird mir klar wie viel mehr Spaß es macht andere zu stechen, als selbst gestochen zu werden. Ich klammere meine Hände an der Liege fest: „Auauau!“. „Es tut mir leid“ sagt sie und bohrt tiefer: „Ist ja nur ein kleiner Schmerzrezeptor“ fügt sie entschuldigend hinzu. „Ahh.. uhhh.. ja, ich weiß, mach weiter“. Nach jeder Nadel entspanne ich mich kurz wieder. Im Geiste zähle ich mit… noch 4… noch 3….Die vorletzte Nadel löst einen regelrechten Stromschlag in meiner linken Wade aus: „Huuuuuiiiiiii….Boooorrr…. das war ein De Qi Gefühl! Voll krass!“. Doch Schmerz ist ein Zeichen der Lebendigkeit – so muss man das ja betrachten! Und die letzte Nadel überlebe ich schließlich auch noch. Ätsch, jetzt habe ich es als erstes hinter mir :-) Quasi an die Liege genadelt kann ich mich nicht bewegen. Herr Thews kommt vorbei und begutachtet die Nadeln: „Perfekt!“. Ich sehe aus dem Augenwinkel wie er seine Hand in die Richtung meines Beines bewegt und habe Angst er manipuliert nochmal an einer der Nadeln herum: „Nein, nicht!!!“rufe ich entsetzt aus. „Ich lange sie ja gar nicht an!“ sagt er schließlich und ich entspanne mich wieder. Meine Behandlerin steckt noch 2 Moxa Kegel an meine Ma36-Nadeln und meine Beine werden wohlig warm. Hier liege ich nun also. 7-fach genadelt in einer wohligen Beifußwolke eingehüllt:

Wie schön, so kann es bleiben. Als die Moxakegel abgebrannt sind werden meine Nadeln entfernt und ich darf Therapeutin spielen. Das macht Spaß! Zumindest mir, jetzt ist meine Mitschülerin die leidende. Aber alles klappt und auch ich entfache ein kleines Moxafeuer an ihren Ma36-Nadeln. Der Unterrichtsraum mutiert zur Räucherhöhle. Nachher in der Bahn wird jeder denken, ich hätte bis zum umfallen gekifft. Aber was soll`s…

Nachdem wir noch eine Demonstration zum Thema Schaben bekommen haben, neigt sich der Unterricht dem Ende zu.

Und später in der Bahn hallen ein paar Worte von Herr Thews noch in meinem Kopf nach: „Die chinesische Medizin ist… ich suche ein adäquates Wort….. geil!“. Nun, zu diesem Zeitpunkt bin ich mir noch nicht 100%ig sicher, ob ich das auch so sehe…

 

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„Bist Du schon drin?“

By admin | Dezember 13, 2008


Es ist Samstag morgen. Großer Kaffee, erste Reihe, der Unterricht beginnt. Ich habe mir fest vorgenommen die Chinesen heute zu verstehen! Neuer Tag, neues Glück!

Zu beginn wiederholen wir nochmal den Wind (Feng) und das Blut (Xue). Am Beispiel eines Kuchens versucht Herr Thews unsere Verständnisprobleme aus dem Weg zu räumen. Ein Kuchen ist ein Kuchen. Soweit so gut! Aber gibt es nicht auch hier Unterschiede? Man kann doch die Zutaten verändern! Pfannkuchen, Zitronenkuchen und Bisquitkuchen zum Beispiel. Der Motor meines Gehirns läuft wieder auf Hochtouren und qualmt auch schon ein wenig ! Vielleicht sollte ich mal anbringen, dass ich allenfalls in der Lage bin, aus einer vorgefertigten Backmischung einen Kuchen zu backen. Aber ich fürchte, dass tut gerade nichts zur Sache…

Im Anschluss besprechen wir den Punkt Di 4 (He Gu) und seine möglichen Kombinationen. Nach der Geschichte vom bösen Wolf und der Erkenntnis, dass Freundschaft durch einen größeren Blumenstrauß besser wird, flackert – wenn zunächst auch nur kurz – ein Lichtlein in meinem Kopf auf. Das Licht entwickelt sich zu einer kleinen Flamme als wir über den pathogenen Faktor Hitze sprechen und erlischt schließlich, als wir beim Magen-Feuer aufgrund einer Leber-Qi-Stagnation ankommen. Ich stelle Fragen, in der Hoffnung mein Licht wieder entfachen zu können, doch Herr Thews kommt direkt mit dem Kerzenlöscher: „Nein, das können sie so nicht übertragen!“. Manno, denk ich mir, ich will das jetzt aber kapieren!!! Vielleicht sollte ich mir mal den He Gu stechen lassen, der verbessert doch angeblich das mentale begreifen…

Das im Anschluss diskutierte Herz-Feuer erschließt sich mir schon ein wenig besser. In dem Zusammenhang sprechen wir über „DSDS“,“ das Supertalent“ und „Bauer sucht Frau“. Endlich Themen, bei denen ich mitreden kann! Roy Black, Rex Guildo und Jesu Jünger später werden wir gefragt, wie denn unser Traummann aussieht. Keiner sagt etwas, nur aus meinem Mund höre ich plötzlich ein „Brad Pritt!“ entfleuchen. Hab ich das jetzt laut gesagt? Herr Thews grinst: „Brad Pitt? Aber der ist doch so klein!“. Verflixt! Ich habe es laut gesagt! Blöderweise schiebe ich nun noch ein unüberlegtes: „Ja ich weiß, aber im Liegen ist das doch egal!“ hinterher. Alle lachen und ich versuche nicht rot zu werden. Vanessa, erst denken dann sprechen! Verdammt nochmal nicht umgekehrt!!! „Aber stellen sie sich doch einmal vor“ fügt Herr Thews hinzu „dann liegen sie neben Brad Pitt im Bett und stellen fest, er ist doch so klein!“. Die unreife 13jährige in meinem Kopf fängt wieder das kichern an… und wie ich bald feststellen muss, kichere ich auch in Wirklichkeit. Ich packe mir ins Gesicht, ich glaube ich bin noch nicht rot geworden. Aber wenn das so weitergeht…Wie komme ich aus dieser Herz-Feuer-Nummer bloß wieder raus? Doch Gott sei Dank wechseln wir nun endlich das Thema!

Beim Leber-Feuer wird klar, dass jemanden umzubringen kein Lösungsansatz ist und das Männer einen Stillneid entwickeln können. Leber-Feuer entsteht auf lange Sicht durch emotionale Probleme ohne Lösungsansatz und kann schlimmstenfalls zur Entwicklung einer bösartigen Erkrankung führen. Der Hypochonder in mir durchforstet mein Hirn und wird durchaus auf einige Probleme aufmerksam, für die ich noch keine Lösung parat habe… Gute Güte, muss ich jetzt sterben? „Herr Thews, jetzt habe ich aber Angst das ich Krebs bekomme!“ sprudelt es aus mir heraus. Lächelnd beruhigt er mich: „Das ist bei ihnen nur eine Leber-Qi-Stagnation! Sie müssen nur mal ordentlich auf den Tisch hauen!“. Hä? Woher will er das denn wissen? Ist der gute Mann jetzt schon ein wandelndes Horoskop? Aber ich glaube ihm natürlich gerne!

Nach der Pause sollen wir nun Di 11 (Qu Chi) und wahlweise noch Di 4 (He Gu) stechen. Zunächst beobachte ich wie ein Mitschüler von einer Mitschülerin Di 11 gestochen bekommt:

 


Als die Nadel seine Hautoberfläche durchstößt bringt er ein aufgebrachtes „Alter Verwalter“ hervor! Ich interpretiere den alten Verwalter als Ausdruck seines Schmerzes und möchte mich gerade lieber in Luft auflösen… Insbesondere als ich sehe, wie Herr Thews die Nadel mit seinem prüfenden Blick anschaut und der Therapeutin noch einen Hinweis mit auf den Weg gibt: „Tiefer rein, bis zum Anschlag letztendlich!“. Nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung schaue ich meine Übungspartnerin an: „Ich stech’ Dich zu erst, ok?“. Ich zwirble meinem Opfer also die 5 cm Nadeln ins Fleisch und sie ist tapfer. Hihi, das macht voll Spaß :-) Der Spaß vergeht mir allerdings, als ich die Patientin spielen muss…Während ich da so sitze und die Zähne zusammenbeiße schnappe ich um mich herum einige Wortfetzen auf. So fragt eine Frau ihren Behandler: „Bist du schon drin?“ und beginnt im Anschluß ein „Oh…. ohhhh…ohhh…warte mal….ahhhh“ auszustoßen. „Bei ihnen hört sich das an, wie im schlechten Film“ höre ich daraufhin Herrn Thews sagen. Außerdem fügt er hinzu: „Immer schön durchstechen!“. Wo bin ich hier nur gelandet? Vanessa, was tust du eigentlich hier?

Nach all den Sticheleien ist der Unterricht für heute beendet. Ich bin müde und erschöpft! Wie ich heute auch gelernt habe kommen brave Mädchen in den Himmel und böse überall hin. Jo und müde Mädchen gehören ins Bett, denke ich mir. Vielleicht wartet dort ja auch schon Brad Pitt auf mich.. .

 

 

 

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Akupunktur 2 – „Rein, raus, drauf“ - das Ventoux

By admin | Dezember 12, 2008

Frisch, fromm, fröhlich und frei stürze ich mich nun wieder in den Akupunktur-Unterricht. Es ist Freitag morgen, ich halte einen großen Kaffee in den Händen und setze mich wie immer strebsam in die erste Reihe des Unterrichtsraums. Da ist auch schon der Dozent: „Hallo Herr Thews!“.

Schon bald beginnen wir mit dem Unterricht. Und nach einigen nachvollziehbaren Indikationen und Kontraindikationen der Akupunktur, sehe ich mich mit der weniger nachvollziehbaren Phänomenologie der Chinesen konfrontiert. Den kosmobiologischen Einflüssen, den Liu Yin. Es sind die 6 bösen Übel, die äußeren pathogenen Faktoren, die in unsere Körper eindringen können. Aha! Übel finde ich gerade besonders, dass ich nun schon so früh am morgen mein Shen (meinen Geist) so anstrengen muss… Nun denn, als erstes sprechen wir über den pathogenen Faktor „Feng“ (Wind) und über einige Windpunkte. Ca. 2 Stunden später kann ich sogar französisch sprechen: „Vent oux“. Das ist ein Windglas oder wie man auch sagen könnte ein Schröpfglas. Wie schön, mein erstes französisches Wort! Sollte ich mich irgendwann einmal in Frankreich befinden, so kann ich nun also auch etwas zu einer Unterhaltung beitragen! „Bonjour, vent oux“! Wobei das wohl eher nach einer Beleidigung klingt …

Nun denn, man kann also den Wind mittels eines Windglases aus dem Körper ziehen. Klingt soweit logisch und Herr Thews spricht „Das kömma nachts ma machen!“. Nachts? Hab ich was verpasst? Ich dachte der Unterricht endet um 18:00h! Ich schaue mich um in 8 weitere fragende Gesichter. Eines der Gesichter spricht dann schließlich unser aller Gedanken aus : “Nachts?“. Schnell klärt sich, dass das „nachts“ eigentlich ein „nachher“ war und ich bin froh, dass ich also doch nicht in der Schule übernachten muss.

Schnell ist es dann auch schon „nachher“ und ich darf einer Kollegin ein Windglas auf dem Rücken platzieren. Herr Thews zeigt in Trockenübung wie es geht: „Rein, raus, drauf“. Hihi, das hört sich ja voll Doppeldeutig an… Doch verkneife ich mir zu lachen wie eine unreife 13jährige und wiederhole seine Worte voller inbrünstiger Professionalität: „Also rein, raus, drauf!“. „Rein, raus, drauf“ spricht Herr Thews erneut und sprüht gleichzeitig einen Tupfer mit Desinfektionsmittel ein. Gespannt warte ich ab, was er mit dem zu ertrinken drohenden Tupfer vor hat. Das Schicksal des Tupfers ist mehr als brutal. Er wird 2 mal gefaltet, zwischen eine Arterienklemme gequetscht und schließlich angezündet. Mit großen Augen verfolge ich das weitere Prozedere. Die nicht unerheblich große Flamme wird ins „Vent oux“ gehalten, rausgezogen und das Windglas schließlich auf den Rücken des Opfers bzw. Patients, gesetzt. Rein, raus, drauf also. Kurz mache ich mir Sorgen um die schwarzen Haare der Probandin, doch augenblicklich bewegen sich schon die Hände einer anderen Mitschülerin und schieben die Haare schützend beiseite. Der Schröpfkopf sitzt, na das war ja einfach! Eh ich mich versehe halte auch ich eine brennende Arterienklemme in der rechten und ein Schröpfglas in der linken Hand. Und spätestens jetzt erkenne ich – das ist ja gar nicht einfach! Es folgen einige Anläufe, nach dem das Schröpglas zwar sitzt, das entstandene Vakuum aber viel zu klein ist. Meine Freude macht Herr Thews immer wieder schnell zu Nichte, in dem er das Glas unter einem leichten „Plopp“ wieder abzieht und mir erneut in die Hand gibt. Einige „Rein, raus, drauf“`s später sitzt das Ding dann endlich fest. Schwere Geburt, Gute Güte! Jetzt soll ich die Gläser noch wandern lassen. Herr Thews, ich wusste gar nicht, dass Schröpfköpfe auch Beine haben… Letzteres spreche ich aber nicht aus, denn mir wird klar, ich soll die Dinger nun von A nach B schieben bzw. ziehen. Natürlich so, dass das Vakuum erhalten bleibt. Und wie schön, es klappt! Fasziniert stehen wir nun alle im Halbkreis um den geschröpften Rücken herum und bewundern nach der Entfernung der Gläser schließlich die entstandenen Blutergüße.

Danach machen auch die Anderen ihre Erfahrungen mit den Windgläsern:

Der Unterricht setzt sich daraufhin fort. Wir behandeln die 2t wichtigste Lebenssubstanz in der chinesischen Medizin: das Xue (Blut)! Schnell ergibt sich ein Problem: Xue ist nicht gleich Xue! Hä? Wir unterscheiden das energetische Xue von dem anatomischen Xue. Wobei letzteres das ist, was durch unsere Adern fließt. Hä? Was nun folgt strapaziert meine Synapsen bis aufs äußerste: Xue hat die Aufgaben zu ernähren und zu befeuchten. Das Herz bewegt das Xue, die Leber speichert es und die Milz bildet und hält es. Zu dumm nur, dass auch Herz, Leber und Milz nicht wirklich Herz, Leber und Milz sind, so wie man sie kennt. Ich habe ein erhebliches Problem mit der energetischen Betrachtungsweise. Jetzt speichert nun auch noch die Leber das Hun (die Reinkarnationsseele) und das Herz das Shen (den analytischen Verstand). Soso! Das einzige was ich begreife ist, dass mein Shen mir gerade ziemliche Probleme bereitet! Während wir des weiteren über die Xue-Stase und den Xue-mangel sprechen, lerne ich nebenbei das Fernsehen schwanger macht (laut einer amerikanischen Studie) und das es einen Unterschied in der Zubereitung von Zwiebeln gibt: man kann sie einschwitzen, braten oder dünsten. Meine Verwirrung hat nun ihren Höhepunkt erreicht!

Gegen 18:00h bin ich schließlich überzeugt gerade unter einem ausgeprägtem Xue-mangel in meinem Kopf zu leiden. Nachdem ich nun auch erfahren habe, dass „Reinkarnation“ bedeutet „wieder ins Fleisch zu fahren“, fahre ich erstmal nach Hause. In der Bahn starre ich erschöpft und verwirrt aus dem Fenster. Herr Thews hat gesagt: „Wir machen nie ein Problem eines anderen zu unserem Problem!“. Momentan bin ich der Meinung die Chinesen haben ein gewaltiges Problem! Vielleicht sollte ich auch das nicht zu meinem machen… Blut ist kein Blut und dann wieder doch, die Leber ist keine Leber und das Herz kein Herz. Doch sind diese „Probleme“ bereits meine! Grübbelnd kratze ich mich am Kopf, über all das muss ich erstmal nachdenken…

 

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Akupunktur 1 – Das Qi und seine Mitarbeiter

By admin | November 30, 2008

Nach Gott sei Dank bestandener Heilpraktikerprüfung, kann ich mich nun endlich voll und ganz der Therapieform widmen, die ich später einmal meinen Patienten angedeihen lassen möchte: der TCM (Traditionell Chinesischen Medizin).

Die letzten 3 Tage habe ich zu diesem Zweck dem 1. Block einer umfassenden TCM/ Akupunkturausbildung beigewohnt und mich dabei arg angestrengt, die Theorie der vor über 2000 Jahren in China begründeten Heilkunst nachzuvollziehen. Und ich muss zugeben – ich habe die Chinesen unterschätzt! Es ging schon damit los, dass ich dachte ich lerne Akupunktur. Ich wurde schnell eines besseren belehrt, und weiß jetzt ich lerne „Zhen Jiao Fa“. Das bedeutet soviel wie „die Methode des Stechen und Erwärmen“. Die Akupunktur stellt sich als ein Teilbereich der TCM heraus. Möchte man die ganze Philosophie begreifen und beherzigen, so muss man sich auch mit Moxibustion , Schröpfen, Zungen- und Pulsdiagnoistik und vielem mehr beschäftigen. Ups! Der Berg, den ich erklimmen möchte, ist höher als gedacht… aber wie heißt es so schön: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt“. Na dann lasst uns mal losgehen!

Eine Fülle von Informationen drang die letzten Tage unaufhörlich in mein Haupt.“Qi“, „Shen“, „Jing“, „Xue“ und „Yin Ye“ wurden mir als zum Beispiel als die 5 Lebenssubstanzen vorgestellt. Hä? Dabei entsteht zum Beispiel „Qi“, die Vitalenergie, aus „Gu Qi“ (ich kannte bislang nur „Gucci“…), „Da Qi“ und dem „Yuang Qi“. Und da wäre auch noch das „Zhen Qi“, das wahre Qi, zu erwähnen. Doppel-Hä? Zudem kommt, dass die Lebenssubstanzen auch noch Aufgaben zu erfüllen haben. So muss das Qi zum Beispiel transportieren, heben, halten, schützen, usw. Wow, wie kann etwas was man nicht anfassen kann, etwas was gar nicht vorhanden ist, denn etwas anderes halten? Gute Güte! Das Qi kann sogar rebellieren erfahre ich im weiteren Verlauf! Na das wird ja immer doller! Das Denkmodel der Chinesen ist um einiges komplexer als ich dachte und lässt sich vor allem in keinster Weise mit der Schulmedizin vergleichen. Ich glaube, genau das ist momentan auch mein größtes Problem. Jetzt habe ich die letzten Jahre rein schulmedzinisch gedacht und soll jetzt auf ein energetisches Denken umstellen. Blut ist nicht mehr Blut – und dann wieder doch! Wenn wir von der Leber sprechen, dann meinen wir nicht die Leber im rechten Oberbauch. Alles ist plötzlich anders… Als sich das Qi in 2 Mitarbeiter „Yin“ und „Yang“ aufteilt, überlege ich kurzfristig, ob ich diesen Berg wirklich erklimmen will, wenn der Anfang schon so steinig ist…

Aber: ja, ich will! Und bis zum nächsten Kurs werde ich versuchen diese merkwürdigen Informationen zu verinnerlichen! Und wenn davon Schlitzaugen bekomme!

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Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung

By admin | November 24, 2008

- 11 Tage nach der Heilpraktiker-Prüfung. Es gibt tatsächlich ein „danach”-

Es ist Montag morgen und ich liege noch im Bett, auch wenn ich eigentlich schon lange wach bin. Im Grunde befinde ich mich bereits seit 4 Tagen hauptsächlich in der horizontalen Lage…mal auf dem Sofa, mal im Bett. Nicht aber etwa, weil ich nun nichts mehr lernen muss und jetzt nichts besseres mit meiner Zeit anzustellen weiß! Nein - ich bin schlichtweg krank geworden! Hals-, Ohren-, Kopf- und Gliederschmerzen zwingen mich zur Ruhe. Welch Ironie des Schicksals, dass die frisch gebackene Heilpraktikerin nun erst einmal selbst erkrankt und sich zu allem übel auch irgendwie kaum zu helfen weiß… Nun denn, heute - nach Thymian-Tee, heißer Zitrone, Erkältungsbädern, Hühnersuppe und ein paar pflanzlichen Medikamenten in den letzten Tagen - fühle ich mich auch schon wieder viel besser. Meine Eigendiagnose besagt, dass ich mich nun schon in der lymphozytär-eosinophilen-Heilphase befinde - ganz bestimmt! Mein Blick klebt an der weißen Zimmerdecke, auf die mein Wecker in roten Lettern die Uhrzeit projiziert: 10:30 Uhr. So langsam könnte ich mich doch mal erheben… Entschlossen richte ich mich auf und sitze schließlich. Und was nun? Wirklich aufstehen? In meiner Ambivalenz lasse ich mich dann doch wieder nach hinten auf das Kopfkissen sinken und ziehe die wohlig warme Bettdecke erneut hoch bis zu meinen Ohren. Und während ein nervender Hustenreiz kitzelnd und allmählich meine Atemwege hoch wandert, starre ich wieder an die Decke: 10:34 Uhr. Ich bin dem Virus, dass seit letzter Woche eine Party in meinem Organismus feiert gar nicht böse! Ich bin auch den Bakterien nicht böse, die darauf hin offensichtlich auch eine Einladung erhalten haben! Nein! Auch wenn ich froh bin, wenn die ganze Veranstaltung demnächst vorbei ist… Aber viel mehr bin ich doch froh darüber, dass das sekret- und schleimreiche Festival nicht schon vor meiner Prüfung begonnen hat. Die Nebelmaschine in meinem Kopf hätte meine geistigen Fähigkeiten nämlich mit Sicherheit nicht zum positiven beeinflusst.

10:36 Uhr. Soll ich jetzt langsam mal aufstehen? Noch während ich Vor- und Nachteile meines Vorhabens abwäge, (wobei die Kälte meines Schlafzimmers eindeutig zu den Nachteilen zählt, wenn man diese angenehme Bettwärme im Vergleich sieht …) höre ich wie es nebenan, an der Wohnungstür meiner Eltern, klingelt. Erst das klingeln, dann das Bellen unseres Hundes. Dann das Öffnen der Haustür, dann das Schließen der Haustür. Und dann? Schritte die offensichtlich meine Flurtreppe erobern. Tap tap tap… sie kommen immer näher. Langsam öffnet sich schließlich wie von Geisterhand meine Schlafzimmertüre und das Gesicht meiner Mama tritt in Erscheinung. Sie schaut mich an. Offensichtlich überrascht, dass ich wach bin und ihren Blick erwidere, sagt sie direkt: „Da ist ein Einschreiben für dich gekommen!”. Einschreiben? Ja ist das etwa… Nur Millisekunden später stehe ich Aufrecht vor meinem Bett: „Wo?”. „Unten in der Küche” antwortet sie. Schnell wie der Wind stürme ich barfuß die Treppe herunter bis in die Küche meiner Eltern. Da liegt er dann auch. Ein Din A4 großer, brauner Umschlag, mit einem Stempel von - der Stadt Köln! Es kann nur dass sein, von dem ich denke, dass es das ist… Voller Ehrfurcht nehme ich den Umschlag langsam in die Hände, um ihn dann brutal und ungeduldig aufzureißen. Mit spitzen Fingern angle ich schließlich 2 Blätter hervor: Ein Anschreiben und eine Art… Urkunde! Meine Mama blickt mir unterdessen über die Schulter: „Ist das…?”. „Ja, das ist!” sage ich aufgeregt, „Das ist meine Erlaubnis! Meine Erlaubnis… Is` ja der Hammer!”. Mit Daumen und Zeigefinger halte ich das Dokument vorsichtig an der linken und rechten Seite fest. Die Worte, die ich darauf lese erfüllen meinen Geist mit Wonne: „Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung” und weiter unten „Sie hat die Berufsbezeichnung Heilpraktikerin zu führen”. Neben der Unterschrift des Stadtmedizinaldirektors prankt das Siegel der Stadt Köln. Ich bin überwältigt! Jetzt ist es also offiziell! Auch mein Papa hat sich nun zu uns gesellt und wir starren alle drei ungläubig und glücklich auf das Papier. „Zeig mal her!” sagt er, „Sei aber vorsichtig!” sage ich. Dämlich grinsend, barfuß und im Nachthemd, ungeschminkt, mit zu Berge stehenden Haaren und roter verschnupfter Nase, stehe ich hier nun also mit meiner offiziellen Heilpraktiker-Erlaubnis. Noch immer glaube ich, dass ich träume. Bestimmt wache ich gleich auf und muss zur Prüfung gehen. Ganz bestimmt! Irgendwo ist hier doch ein Haken?! Aber wo?

Kurze Zeit später, habe ich das Dokument fein säuberlich in eine Klarsichtfolie gepackt und erst einmal auf den Schreibtisch gelegt. Hier mein Schreibtisch, bitteschön, dass ist nun die Frucht unserer Arbeit! Da guckste, oder? Fürs erste werden wir zwei uns nicht mehr allzu häufig sehen! Ich brauche Urlaub von dir!

Dann tragen meine Füße mich ein paar Meter weiter zum Sofa. Hier lasse ich mich rücklings fallen und blicke erneut an eine weiße Zimmerdecke. Diese jedoch ist nicht in der Lage mir die Uhrzeit zu verraten. Das macht aber rein gar nichts, denn mir ist egal wie spät es ist. Ich habe nichts mehr vor! Ich werde mich weiter in Ruhe auskurieren und abwarten bis meine Viren und Bakterien das feiern müde geworden sind. Wenn ich meinen Körper dann wieder für mich alleine habe, werde ich mir Gedanken über die Zukunft machen. Bis dahin genieße ich meinen Erfolg und hoffe, dass ich am Ende nicht alles nur geträumt habe…

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